Hyperkeratose und Verstopfung der Talgdrüse
Pathogenese der Akne – Was in der Haut passiert
Akne entsteht nicht einfach so. Es ist ein komplexer Prozess, bei dem mehrere biologische Faktoren zusammenwirken. Um Akne effektiv behandeln zu können, ist es wichtig zu verstehen, was unter der Hautoberfläche geschieht.
Hyperkeratose und Verstopfung der Talgdrüse
Hyperkeratose bedeutet eine Verdickung der Hornschicht der Haut. Im Talgfollikel sammeln sich Fette und Keratin zusammen mit Bakterien an. Diese Ansammlung bildet sogenannte Mikrokomedonen, das Anfangsstadium der Akne.
Durch das Verklumpen von Hornzellen verstopft der Talgdrüsenausführungsgang. Dadurch kann Talg nicht mehr richtig nach außen gelangen und es entsteht Druck im Follikel.
Aus dieser Verstopfung können sich entwickeln:
ein geschlossener Komedo, auch Whitehead genannt
ein offener Komedo, auch Blackhead genannt
Die dunkle Farbe eines Blackheads wird durch Oxidation von Melanin in der Hautoberfläche verursacht, nicht durch Schmutz.
Wenn der Druck in der Talgdrüse zunimmt, kann die Wand reißen, was zu einer Entzündungsreaktion im umliegenden Gewebe führt.
Bakterielle Besiedlung
Eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Akne spielt das Bakterium Cutibacterium acnes, früher bekannt als Propionibacterium acnes.
Dieses Bakterium wandelt mit Hilfe des Enzyms Lipase Triglyceride aus Talg in freie Fettsäuren um. Diese freien Fettsäuren wirken reizend auf die Talgdrüsenwand und verstärken den Entzündungsprozess.
Die Kombination aus Verstopfung, Talgansammlung und bakterieller Aktivität bildet die Grundlage für entzündliche Akne.
Hormonelle Einflüsse
Die Talgproduktion wird stark von Hormonen beeinflusst, insbesondere von Androgenen wie Testosteron.
In der Haut wird Testosteron durch das Enzym 5-alpha-Reduktase in Dihydrotestosteron, auch DHT genannt, umgewandelt. DHT hat eine starke Wirkung auf die Talgdrüse und stimuliert die Talgproduktion.
Bei Akne liegt nicht immer eine erhöhte Hormonproduktion vor, aber oft eine erhöhte Empfindlichkeit der Talgdrüse gegenüber Androgenen.
Östrogene hingegen haben eine hemmende Wirkung auf die Talgproduktion, was erklärt, warum hormonelle Schwankungen das Hautbild beeinflussen können.
Der Entzündungsprozess
Wenn die Talgdrüsenwand gereizt wird oder reißt, entsteht eine Entzündungsreaktion. Dies führt zu Rötung, Schwellung und manchmal Eiterbildung.
Dieser Prozess erklärt, warum sich Akne von einer harmlosen Verstopfung zu einer schmerzhaft entzündeten Läsion entwickeln kann.
Warum dieses Wissen wichtig ist
Durch das Verständnis der Pathogenese der Akne können Behandlungen gezielter eingesetzt werden.
Eine effektive Aknebehandlung konzentriert sich auf:
Reduzierung der Hyperkeratose
Regulierung der Talgproduktion
Hemmung der bakteriellen Aktivität
Reduzierung von Entzündungen
Unterstützung der Hautregeneration